Am Samstag, den 27. Juni 2026 fand in der Protestantischen Kirche zu Luthersbrunn in Vinningen die Johannisfeier des OSMTH statt. Wie jedes Jahr war es für die Komturei Kirchheim - Domus de Lacu eine Freude und Ehre zugleich diese besondere Veranstaltung vorbereiten und ausrichten zu dürfen.
Wie auch in der Vergangenheit wurde der Abendmahlsgottesdienst, in bester ökumenischer Tradition des Ordens, von Pfarrer und Ehrenritter des Ordens Matthias Schröder und dem Magnus Capellanus des Ordens, Kaplan Herman-Eugen Heckel, mit großer Freude gemeinsam gehalten.
Im Rahmen des Gottesdienstes konnte der durch eine Spende der Komturei Kirchheim restaurierte Abendmahlsteller wieder der Gemeinde übergeben werden.
Ein ganz besonderer Moment für die anwesenden Ritter der ausrichtenden Komturei war die Verlesung des Dekrets des General Großpriors Cosmin Todorut zur Umbenennung der Komturei Kurpfalz in den neuen Namen: Komturei Kirchheim / Weinstrasse – Domus de Lacu!
Hiermit wurde der gewünschte Name vom General Großprior bestätigt. Hintergrund war die neue Regula, die anstelle von Regionen nun Ortsnamen vorschreibt. Da in unserer Region am Ort Kirchheim schon vor Jahrhunderten eine Kommende der Tempelherren bestand, war unsere Wahl aufgrund des historischen Bezugs schnell getroffen.
Hier ein paar Hintergrundinfos:
Die Komturei in Kirchheim an der Weinstraße (ehemals Kirchheim an der Eck) und "domus de lacu" (Das "Haus im See" oder "Seehof") bezeichnen dieselbe historische Niederlassung. Es handelt sich um ein ehemaliges Ordenshaus.
Die wichtigsten Fakten dazu:
- Ursprung: Die Niederlassung wurde im Mittelalter als Kommende des Templerordens gegründet.
- Namensgebung: Der lateinische Name domus de lacu leitet sich von der Lage ab. Die Komturei lag in einer sumpfigen Niederung bei Kirchheim und wurde im Volksmund auch "Haus im See", "Laach" (vom althochdeutschen Lachu für See/Sumpf) oder "Seehof" genannt.
- Malteserbesitz: Nach der Auflösung des Templerordens im Jahr 1312 fiel das Anwesen an die Johanniter, später an den Malteserorden.
- Spätere Nutzung: In den folgenden Jahrhunderten wurde das Gebäude, wie viele ehemalige Ordenshäuser, als Hospital oder Siechenhaus (unter anderem für Leprakranke) genutzt.
- Verbleib: Das Gebäude existiert heute nicht mehr; der Komplex ist seit dem 15. Jahrhundert verfallen.
Unsere Dankbarkeit gilt Pfarrer Schröder, der es uns als Hausherr der Kirche wieder ermöglichte unseren Glauben zu leben und die ritterlichen Traditionen unseres Ordens zu pflegen. Leider wird er in eine andere Gemeinde versetzt und wir hoffen eine Lösung zur Fortführung unserer Johannisfeier im nächsten Jahr zu finden.
Zum Abschied und als Ausdruck unserer Dankbarkeit wurde am folgenden Tag im Verabschiedungsgottesdienst durch den Prior Süd Frank Hornberger ein in edler hölzener Kiste verpackter Dolch des Ordens überreicht.
Wie letztes Jahr kam es im Anschluss des Gottesdienstes am Samstag zur jährlichen Mitgliederversammlung des OSMTH Deutschland e.V. Hier konnten Frank Hornberger als 1. Vorsitzender, Rüdiger Louis als 2. Vorsitzender und Helmut Beckers als Schatzmeister durch Wahl bestätigt werden.
Das anschließende Gala-Dinner war am frühen Abend wieder ein kulinarischer Höhepunkt, da das Hotel-Restaurants Kunz alle Exzellenzen, Ritter und Gäste wieder mit ausgezeichneter Küche beglückte.
Die brüderliche und ritterliche Geselligkeit wurde bis in den späten Abend gefeiert.